1386 - 1800

Das Problem der Beschaffung von Gebäuden für die 1386 gegründete Universität lösteder Nachfolger Ruprechts I., sein Neffe Ruprecht II., durch einen Akt des Antijudaismus. Nachdem der Kurfürst im August 1390 die fällige Verlängerung der Privilegien für die jüdischen Familien in Heidelberg nicht mehr gewährt hatte, musste die erst seit Mitte des 14. Jahrhunderts wieder ansässig gewordene jüdische Gemeinde, bestehend aus 13 Familien, im Oktober 1390 die Stadt verlassen. Sieben Monate später erhielt die Universität vom Kurfürsten den Grundbesitz der Ausgewiesenen als Geschenk und bezog das bisherige jüdische Viertelwestlich der Heiliggeistkirche zwischen Hauptstraße und Neckar. Die Synagogean der Ecke Judengasse/Untere Straße wurde bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag 1390 zur Marienkapelle geweiht. Sie diente seitdem als Tagungsort der Congregatio universitatis sowie als Hörsaal.

Exponat 1Umwidmung der Synagoge
Exponat 2Schenkungsurkunde
Exponat 3Universitätsviertel mit ehemaliger Synagoge (Panorama von Merian)
Exponat 4Das große Universitätssiegel