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Mit der Berufung Sebastian Münsters als Professor für Hebräische Sprache an die Universität (1524-1529) wurde Heidelberg zu einem Zentrum für Hebräische Studien in Südwestdeutschland. Vor Münster lehrte Johann Böschenstein als erster Hebraistan der Heidelberger Hochschule (1522-1529); seitdem war das Fach als philologische Disziplin - mit sporadischen Unterbrechungen - an der Universität vertreten. Unter den Lehrstuhlinhabern im 16. Jahrhundert befanden sich mit Paul Staffelsteiner (1551-ca.1558), Immanuel Tremellius (1561-1577) und Jakob Christmann (1584-1613) drei Hebraisten jüdischer Herkunft. Sebastian Münster (geboren 1488 in Ingelheim am Rhein, gestorben 1552 in Basel; bis 1529 katholisch, danach evangelisch) trug maßgeblich zur Etablierung des Hebräischenals Lingua sacra neben dem Griechischen und Lateinischen sowie zur Entwicklungder christlichen Hebraistik als eigenständiger Wissenschaft bei. Er veröffentlichtein Heidelberg zahlreiche hebräische und aramäische Schriften: nebengrammatischen und lexikographischen Arbeiten auch kommentierte Ausgaben und Übersetzungen biblischer Bücher sowie sprachwissenschaftlicher und literarischer Werke (Maimonides u.a.). Wegweisend für seine hebräischen Studien wurdeder jüdische Gelehrte Eliah Levita (1469-1549), mit dem er sich in Briefwechselbefand. Beeinflusst wurde Münster auch von Johannes Reuchlin (1455-1522), dem Begründer der christlichen Hebraistik, der zu dem Kreis der Humanistengehörte, die Kurfürst Philipp um 1500 an seinem Hof in Heidelberg versammelthatte und die durch Vorlesungen in das Geistesleben der Universität hineinwirkten.Reuchlins Werk "Rudimenta linguae hebraicae" gab Münster 1537 neu heraus. 1529 trat Münster zum evangelischen Bekenntnis über und übernahm den Lehrstuhl für Hebräische Sprache an der Universität Basel. Seine "Biblia Hebraica", eine zweibändige Ausgabe des Alten Testaments, veröffentlichte er 1534/35. Neben den hebraistischen Schriften verfasste Münster zahlreiche mathematisch-astronomische, geographische und kosmographische Werke; z. B. die "Cosmographia" mit über 900 Holzschnitten und Karten.
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