1386 - 1800

Die Professur des jüdischen Mediziners Jacob Israel (1652-1674) blieb ein Einzelfall und bedeutete nicht die Öffnung der Universität für Juden als Lehrer oder Studenten. Erst 1724 wurde in Heidelberg der erste jüdische Student immatrikuliert. Seligmann Elkan Heymann Bacharach stammte aus der großen Gemeindeder benachbarten Residenzstadt Mannheim, die aus 200 Familien bestand. In Heidelberg existierte zu dieser Zeit eine kleine Gemeinde mit etwa 17 Familien. Der erste Student aus dieser Gemeinde war Gedeon Seckel, der sich 1785 für Philosophie einschrieb, später aber als Arzt arbeitete. Alle in Heidelberg studierenden Juden kamen aus Städten im Einzugbereich des Rheins. Viele von ihnenließen sich später als Ärzte in Mannheim nieder und stärkten die Bedeutung der dortigen Gemeinde.

Mit insgesamt 25 Studenten hatte Heidelberg im 18. Jahrhundert als Studienort für Juden noch keine große Bedeutung. Die Ursache dafür war die seit 1704 bestehende katholisch-jesuitische Ausrichtung der Universität sowie der damit einhergehende Verlust an Ansehen und wissenschaftlicher Reputation. Die meisten der etwa 300 jüdischen Studenten im 18. Jahrhundert sammelten sich an den preußischen Universitäten Königsberg und Halle als Zentren der Aufklärungsbewegung.

Exponat 21Die Judenkonzession Johann Wilhelms
Exponat 22Kurfürstliche Zulassung zur Promotion
Exponat 23Die Namen der 25 jüdischen Studenten
Exponat 24Statistik