1919 - 1933

Das Institut für Experimentelle Krebsforschung wurde 1906 von Vinzenz Czerny, Heidelberger Professor für Chirurgie, gegründet und bis 1916 von ihm geleitet. Es wurde durch die von ihm ins Leben gerufene Czernystiftung für Krebskranke finanziert und war das bedeutendste unter den frühen Krebsinstituten in Deutschland. Neben dem Institut, das der Forschung diente, errichtete Czerny eine Heil- und Pflegeanstalt für Krebskranke, das "Samariterhaus".

In den beiden wissenschaftlichen Abteilungen (biologisch-chemische und histo-parasitologische) arbeiteten bedeutende jüdische Wissenschaftler wie Ludwig Hirschfeld, Otto Warburg, Hans Sachs, Ernst Witebsky und Alfred Klopstock. Der Chirurg Richard Werner übernahm nach dem Tod Czernys im Jahr 1916 die Leitung des Samariterhauses. Besondere wissenschaftliche Leistungen erzielten die Krebsforscher auf den Gebieten der Krebsdiagnostik, Immunologie sowie der Blutgruppenserologie.

Nach der Entlassung von Hans Sachs und Ernst Witebsky 1933 wurde die Wissenschaftliche Abteilung des Instituts, die nunmehr verwaist war, 1935 dem Institut für Hygiene angegliedert. Auch das Samariterhaus verlor 1934 seinen Direktor Richard Werner, der nach Brünn in die erzwungene Emigration ging. Dies bedeutete das Ende der frühen Heidelberger Krebsforschung. Es dauerte 30 Jahre, bis mit der Gründung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg 1964 die institutionalisierte Krebsforschung erneut in Gang kam und der Anschluss an die internationale Spitzenforschung wieder hergestellt wurde.

Exponat 89Brief Czernys zur Eröffnung des Samariterhauses 1906
Exponat 90Das Samariterhaus
Exponat 91Das Samariterhaus
Exponat 92Das Samariterhaus
Exponat 93Fotografie Richard Werner
Exponat 94Werk Werners
Exponat 95Fotografie des Grabsteins
Exponat 96Fotografie Ernst Witebsky
Exponat 97Witebskys Habilitationsschrift