1945 - ...

Die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg wurde 1979 auf Inititative des badischen Landesrabbiners Professor Peter Levinson sowie des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland Werner Nachmann auf Beschluss der bundesdeutschen Kultusministerkonferenz in der Trägerschaft des Zentralrates gegründet. Mit dieser ersten akademisch etablierten Einrichtung für Jüdische Studien in Deutschland besaßen die Kultusgemeinden wieder eine eigene Ausbildungsstätte für Kantoren und Religionslehrer. Außerdem hat die Hochschule das Ziel, "mit Forschung, Lehre und Studium der Pflege und Entwicklung der jüdischen Geisteswissenschaften und der ihnen verwandten Disziplinen zu dienen. Sie bereitet auf alle beruflichen Tätigkeiten in der jüdischen Gemeinschaft vor, die die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erfordern, vor allem auf religiöse Aufgaben. Sie fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs." Die Hochschule sieht sich als Erneuerin einer Tradition, die vor 1933 durch die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und ähnliche Institutionen gepflegt wurde.

Heidelberg ist die einzige Stadt in Deutschland mit einer Hochschule für Jüdische Studien. Dieser Standort wurde gewählt, weil sich hier besonders gute Bedingungen für eine enge Zusammenarbeit mit einer traditionsreichen, weltoffenen Universität boten. Deshalb existiert mit der Universität Heidelberg ein Kooperationsverhältnis, das aus einer engen institutionellen Verklammerung besteht. Ein Kooperationsvertrag ganz besonderer Art besteht seit 1981 mit der Hebräischen Universität Jerusalem. Er ermöglicht Studenten ein einjähriges Studium in Jerusalem sowie Lehraufträge an dortige Professoren für die Hochschule in Heidelberg.

In den letzten 22 Jahren ist die Hochschule für Jüdische Studien zum herausragenden Zentrum jüdischer Lehre und Forschung in Deutschland geworden. Jüdische und nichtjüdische Studierende - deren Zahl heute bei 150 liegt - haben die Möglichkeit einer Kombination von Jüdischen Studien mit anderen geisteswissenschaftlichen oder theologischen Fächern an der Universität, die auf vielfältige berufliche Tätigkeiten vorbereiten. Seit Mai dieses Jahres ermöglicht der neu eingerichtete Ignatz-Bubis-Lehrstuhl an der Hochschule für Jüdische Studien erstmals nach 1945 wieder die Rabbiner-Ausbildung in Deutschland.

Exponat 211Broschüre der Hochschule
Exponat 212Die Rektoren (Fotografien)
Exponat 213Rektoratsübergabe April 1997 (Fotografie)
Exponat 214TRUMAH